Die Forscherwoche 2025
Gymnasium Neureut
Vorwort
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Gesellschaft und insbesondere für die Landwirtschaft. Diese ist in hohem Maß von natürlichen Bedingungen abhängig und reagiert sensibel auf klimatische Veränderungen. Im Rahmen unserer Forscherwoche haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie genau der Klimawandel die Landwirtschaft beeinflusst.
Um die Zusammenhänge besser verstehen und strukturieren zu können, haben wir das Thema in vier sogenannte Geosphären unterteilt: Atmosphäre, Hydrosphäre, Pedosphäre und Biosphäre. Diese Sphären sind allesamt natürliche Bestandteile der Erde und existieren in der Realität nicht getrennt voneinander, sondern wirken ständig zusammen. Für unsere Untersuchung haben wir sie jedoch im Sinne der Verständlichkeit einzeln betrachtet und analysiert, hieraus leiten wir ab, wie sich der Klimawandel indirekt oder direkt auf die Landwirtschaft auswirkt.
Ziel unserer Arbeit war es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und landwirtschaftlichen Prozessen besser zu erfassen und erste Ansätze für mögliche Lösungen zu erkennen und aufzuzeigen.

Treibhauseffekt
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Dürreperioden
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Ozeanversauerung

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Küstenüberflutung

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Überschwemmungen & Hochwasser
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Veränderungen im Weinbau
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Link
Landwirtschaft & Böden
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Auswirkungen auf den Boden
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Bodennutzung unter Druck
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Maßnahmen zum Bodenschutz
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Treibhauseffekt
Natürlicher Treibhauseffekt:
Die Atmosphäre enthält von Natur aus Treibhausgase, die Wärme von der Sonne absorbieren und die Erde dadurch wärmer halten, als sie es ohne diese Gase wäre, dadurch wird für viele Lebewesen das dauerhafte Überleben auf der Erde erst möglich

Anthropogener Treibhauseffekt:
Durch menschliche Aktivitäten, wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe, Landwirtschaft und Entwaldung, werden vermehrt Treibhausgase freigesetzt, was zu einer Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts führt.

Klimawandel:
Die erhöhten Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre führen zu einer globalen Erwärmung, die wiederum den Klimawandel mit all seinen Folgen stark beschleunigt. Dadurch kommt es verstärkt zu Extremwetterereignissen wie Hitze-, Dürre, und Kältewellen sowie Überschwemmungen, Starkregen und extreme Winde
https://www.dlr.de/de/next/schule-und-ausbildung/lernmodule/erde-sonne-und-mond/ueberflug-ueber-das-mittelmeer/@@images/image-1000-2f581be719aa9ad009a3b5ef8f72a28f.jpeg
Folgen für Deutschland
Laut dem Umweltbundesamt beträgt der Temperaturanstieg in Deutschland zwischen 1881 und 2022 1,7 °C, was 0,6 °C mehr ist als der globale Durchschnitt. Landflächen erwärmen sich schneller als Meeresregionen. In den letzten 50 Jahren hat sich die Erwärmungsrate jedoch beschleunigt: Seit 1971 stieg die Temperatur um 0,38 °C pro Jahrzehnt, mehr als dreimal so schnell wie zuvor. Die letzten zehn Jahre (2013–2022) waren mit 2,1 °C Erwärmung im Vergleich zu den ersten Jahrzehnten (1881–1910) die wärmsten in Deutschland. Neun der zehn wärmsten Jahre traten im 21. Jahrhundert auf. Eine Jahresdurchschnittstemperatur über 10 °C gab es in Deutschland vor 2014 nicht, seitdem fünfmal. Hitzewellen stellen eine zunehmende Herausforderung für die Landwirtschaft dar. Langfristige Hitzeperioden führen zu Trockenheit, Ernteausfällen und Hitzestress bei Nutztieren. Die Hitzesommer 2018 und 2019 verursachten allein in der deutschen Forst- und Landwirtschaft Schäden in Höhe von rund 25,6 Milliarden Euro
Erhöhung der Extremwetterereignissen im Jahr
Häufiger auftretende Extremwettereignisse wie Starkregen , extreme Hitze oder Kältewellen führen
ebenfalls zu Schäden im Agrarsektor
(Massiver Ernteausfall und Pflanzenschäden)
Ernteausfälle und Ertragsschwankungen:
• Dürren und Hitzeperioden können zu Wassermangel und Hitzestress bei Pflanzen führen,
was zu erheblichen Ernteausfällen führt - Starkregen und Überschwemmungen erhöhen das
Risiko Pflanzen zu entwurzeln, Böden zu schädigen und fördern Pilzbefall
Schäden an Infrastruktur:
• Stürme und Starkregen können Gebäude, Bewässerungssysteme, Zäune und andere
landwirtschaftliche Einrichtungen beschädigen
Erhöhte Produktionskosten:
• Landwirte müssen möglicherweise in neue Bewässerungssysteme investieren, Schäden
reparieren, Pflanzenschutzmittel einsetzen oder auf andere Kulturen umsteigen, was die
Produktionskosten deutlich erhöht
Gefährdung der Ernährungssicherheit:
• Extreme Wetterereignisse können zu einem Rückgang der Lebensmittelproduktion führen,
was insbesondere in Regionen mit bereits hoher Ernährungsunsicherheit Hungerkrisen
begünstigt
https://www.ardalpha.de/wissen/umwelt/klima/hochwasser-klimawandel-wetter-extremwetter-102~_v-img__16__9__m_-4423061158a17f4152aef84861ed0243214ae6e7.jpg?version=3802e
Dürreperioden
Folgen für die Landwirtschaft:
• Trockenheit und Ernteausfälle: Lange Hitzewellen können Böden austrocknen → Wassermangel→ zusätzliche Bewässerung möglich
• Hitzestress bei Nutztieren: Weniger Futteraufnahme, sinkende Milchleistung und höhere Mortalität (Todesrate) bei Tieren
• Erhöhtes Brandrisiko: Trockenheit begünstigt Flächenbrände – Bestände gehen verloren, Flächen werden unbrauchbar
• Nährstoffmangel: Pflanzen nehmen über das Wasser durch Transpiration Nährstoffe auf, fehlt dieses Wasser, werden weniger Nährstoffe aufgenommen → Wassermangel schwächt die Pflanzen und verlangsamen ihr Wachstum
• Bodendegradation: längere Hitzeperioden können den Boden austrocknen und ihn anfälliger für Bodendegradation durch Wind und Wasser machen. Dies führt oft zum Verlust der Bodenfruchtbarkeit und der Bodenqualität
• geringe Wasseraufnahmefähigkeit: Wenn auf Hitzewellen ein Starkregen folgt, kann der ausgetrocknete Boden das Wasser nicht aufnehmen → Überschwemmungen und Ernteverluste
Folgen von Dürren in der Landwirtschaft:
Lösungsmöglichkeiten
Sortenwahl und Vielfalt fördern:
• Anbau von Mischkulturen zur Stabilisierung der Erträge
• Anbau hitzetoleranter Pflanzenarten, die weniger anfällig für Hitzeperioden sind
• Räumliches Nebeneinander von Kulturarten fängt Ertragsausfälle auf (identische Witterungsverhältnisse haben artenspezifisch andere Wirkung)
Bewässerung:
• Effiziente Wassernutzung und moderne Bewässerungstechniken (Bsp. Tröpfeltechnik
• hierbei müssen jedoch auch Grundwasserspiegelabsenkungen und Veränderungen im Stoffhaushal der Böden durch eine hohe Wassserentnahme zur Bewässerung kritisch betrachtet und mit den Vorteilen abgewogen werden
Bodenbearbeitung:
• Maßnahmen um die Böden widerstandsfähiger gegenüber den Gefahren wie Austrocknung und Erosion zu machen
• Eine herausragende Rolle spielt dabei der Humus, denn er beeinflusst nahezu alle Bodeneigenschaften und Funktionen positiv
• Humusanreicherung wird zur Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit als eine Anpassungsmöglichkeit an den Klimawandel genutzt
Weitere Lösungsmöglichkeiten
Aussatzeiten:
Früher Aussaat:
• Bessere Nutzung der Frühjahresfeuchtigkeit und Vermeidung von Trockenstress in späteren Wachstumsphasen
• Nachteile: Erhöhtes Risiko von Spätfrösten, die empfindliche Jungpflanzen schädigen können.
• Möglicher früherer Beginn von Trockenperioden, die die Ernte gefährden könnten
• Beispiele: Sommergetreide, wie Sommergerste, kann von einer früheren Aussaat im Herbst profitieren, um die Reifezeit zu verkürzen und der Frühsommertrockenheit zu entgehen
Verzögerung der Aussaat:
• Vorteile: Vermeidung von Spätfrösten und deren negativen Auswirkungen auf die Pflanzenentwicklung
• Vermeidung von Trockenperioden, die in späteren Wachstumsphasen auftreten können
• Nachteile: Verkürzte Vegetationsperiode und möglicherweise geringere Erträge
• Erhöhtes Risiko für Befall von Krankheiten und Schädlingen, die von höheren Temperaturen profitieren
• Beispiele: Winterweizen kann von einer späteren Aussaat profitieren, um eine übermäßige Entwicklung der Bestände und damit den Verlust der Winterhärte zu verhindern
https://www.schacht.de/wp-content/uploads/2024/10/Aussaat.png
Futtermanagement:
•Anpassung der Fütterung an Hitzeperioden
• Futtererzeugung dem Standort und Klima anpassen
•Diversifizierung im Anbau:
• "neue" Früchte einbeziehen: Hirse, Luzerne, Klee etc.
• Überwachung in der Futterwirtschaft etablieren: Ertragserfassung, Silocontrolling, Futtermengenerfassung etc.
Ozeanversauerung
Durch den Klimawandel und die Treibhausgasemissionen ist die CO2- Konzentration in der Atmosphäre gestiegen
Bei einer hohen CO2-Konzentration nimmt Wasser va. die Meere mehr Co2 auf
Dieses löst sich dann im Wasser
Dabei wird Kohlensäure gebildet diese zerfällt aber in Hydrogenkarbonat (HCO3-) und ein Wasserstoffkation( H3O+)
Durch die Zuhname an freien Protonen sinkt der ph-Wert (gibt an wie sauer/alkanisch eine Lösung ist)
Dadurch stehen weniger Karbonationen(CO₃2-)zur Verfügung um mit Kalziumkationen (Ca2+) zu Kalziumkarbonat (CaCO3) zu reagieren
Es kommt zu einer Ozeanversauerung

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2875/bilder/2_versauerungsprozess_im_meer.pngALE
Bsp. Nordsee:
Auch in der Nordsee ist der pH-Wert schon um 0.1 Einheiten gesunken
Dadurch sind Meereslebewesen wie Schalentiere in der Nordsee gefährdet
Das gefährdet die Fischerei und auch extensive Auqakultur der Muscheln- und Austernzucht und somit auch die Landwirtschaft
Folgen der Ozeanversauerung
Diese ist schädlich für zahlreiche Lebewesen
Das Problem versauerte Ozeane hemmen die Kalkbildung durch die abnehmende Karbonationenkonzentration
Denn Karbonat und Kalzium ist Hauptbestandteil von Skeletten und Schalen vieler Meereslebewesen
Auch Korallen benötigen diese Stoffe um ihr Skelett aufzubauen
Besonders problematisch ist dabei,dass Korallen Lebensraum für viele Fische und andere Lebewesen bilden.
Gleiches gilt für Plankton, Krabben und Muscheln, diese sind die Basis der Nahrungskette.
Die Ozeanversauerung hat folglich einen großen negativen Einfluss auf alle Meereslebewesen und gefährdet die Artenvielfalt.

Vor der Industrialisierung lag der ph-Wert durchschnittlich bei 8.2, also leicht alkalisch
Heute ist er so niedrig wie seit mindestens 14-20 Millionen Jahren nicht mehr
Aktuell liegt er bei 8.1, bis 2100 wird er vermutlich 0.3/0.4 Einheiten abnehmen (immer noch basisch, aber saurer als zuvor)
Eine Einheit entspricht einer Veränderung des Säuregehalts von 30% -> bis 2100 also vermutlich 100%-150% Veränderung
https://www.wwf.de/fileadmin/_processed_/d/0/csm_Korallenbleiche-WW1297825-c-Vincent-Kneefel-WWF-Netherlands_9daf31b135.jpgG
Lösungsansätze
1. Ursache (CO2) bekämpfen
• Wiederaufforstungen um das Meer als Puffersystem zu entlasten
• Fossile Energien reduzieren und erneuerbare Energien vermehrt nutzen

2. CO2 einfangen und einlagern
Bsp.: In Island wird CO2 haltiges Wasser mittels Basalt versteinert
-> Problem dabei, das Verfahren kann Risse erzeugen

3. Geo-Engineering
Behandlung durch alkalische Chemikalien, diese werden dann im Meer verteilt
-> Problem dabei eventuell negative Nebenwirkungen auf die Umwelt sind unabsehbar und eine Verteilung ist nur auf kleine Flächen möglich
• …
Küstenüberflutung
Der Meersspiegel steigt durch den Klimawandelbedingten Temperaturanstieg genauer gesagt durch:
1. schmelzendes Inlandeis in Grönland und Antarktis -> Selbstverstärkt durch Albedo-Effekt
2. thermische Ausdehnung von Wasser

—> aktuell 3-4 Millimeter pro Jahr
Bis 2100 zwischen 0.5 und 1.9 Meter
Durch den Meeresspiegelanstieg kommt es vermehrt zu Überflutung von Küstenregionen
Besonders gefähdet: Küstengebiete die unterhalb des Meeresspiegels liegen
Bsp:.
Das Weltnaturerbe Wattenmeer ist durch den Meeresspiegelanstieg massiv bedroht
Wattflächen, Salzwiesen, Strände und Dünen könnten verloren gehen


https://img.sparknews.funkemedien.de/234397403/234397403_1643051516_v16_9_1200.jpeg
Folgen für die Landwirtschaft
Wenn Meerwasser auf Ackerland gelangt kann das zu erheblichen Schäden am Boden und an den Pflanzen führen
Der hohe Salzgehalt kann den Boden versalzen
Die Salze lagern sich im Boden ab und können die Bodenstruktur verändern
Den sie können die Poren im Boden verstopfen, und so sickert das Wasser nicht mehr so gut oder auch gar nicht mehr ab
Dadurch wird der Raum für die pflanzliche Durchwurzelung stark eingeschränkt, und es gibt nur wenige Stellen, an denen sich Wasser frei bewegen kann und Nährstoffe für Pflanzen und Bodenorganismen verfügbar macht
Eine geschädigte Bodenstruktur erhöht das Risiko der Wassersättigung und der Bodenersosion.
Salzwasser kann Mikroorganismen schädigen, die für die Fruchtbarkeit des Bodens und des Nähstoffkreislaufs wichtig sind
Außerdem erhöht sich der osmotische Druck um die Wurzel und hindert die Pflanze an der Wasseraufnahme und damit an der Nährstoffaufnahme

Pro:
Manche Pflanzen erhalten mehr Aroma durch Salzwasser

https://www.wochenblatt-dlv.de/sites/wochenblatt-dlv.de/files/styles/og_image/public/2024-06/mais-hochwasser-aislingen-48153548.jpg?h=fc8c4481&itok=-631ev1c
Lösungsmöglichkeiten
Dämme - Beton
Sedimentenaufspülung
Der Ursache entgegenwirken -> Erwärmung verlangsamen (Emissionen senken)
Überschwemmungen & Hochwasser
Durch die höhere Durchschnittstemperatur kann die warme Luft sehr viel mehr Wasser aufnehmen
So werden auch die Niederschlagsmengen größer
Der Klimawandel hat zur Folge, dass es mehr Extremwetterereignisse gibt
Häufigere und intensivere Starkniederschläge
Intensivierung des Wasserkreislaufs
Diese großen Niederschlagsmengen kann der Boden nicht aufnehmen
Bei zu viel Wasser ist der Boden gesättigt, er kann also nicht noch mehr Wasser aufnehmen
Folglich kann das Wasser nicht versickern, und es muss oberflächlich abfließen
Außerdem werden Flüsse überschwemmt und übertreten z.T. das Ufer
Das Wasser kann dann lange Zeit nicht abfließen und sorgt für erhebliche Schäden an den Pflanzen
https://img.zeit.de/gesellschaft/2025-05/ueberschwemmungen-in-australien-bild/wide__1000x562
Schäden für die Landwirtschaft
Bei Hochwasser ist der Boden vollständig mit Wasser gesättigt und notwendiger Sauerstoff für die Zelltamung kann nicht mehr über die Wurzeln aufgenommen werden
• ständige Nässe fördert das Wachstum von Pilzen und Bakterien, diese lösen Wurzelfäulnis aus
• Nährstoffe werden durch das viele Hochwasser aus dem Boden ausgewaschen
• Teilweise stehen Pflanzen komplett Unterwasser-> Lichtmangel -> keine Photosynthese

• Außerdem können Futterbestände überschwemmt werden und sind so unbrauchbar
https://www.hochwasserinfo.bayern.de/aktiv_werden/landwirtschaft/einfuehrung/pic/landwirtschaft_fotolia_96941433.jpg
Lösungsmöglichkeiten
Deiche und Mauern an Flüssen errichten
• Renauturierung (vom Menschen veränderter Lebensraum wieder in natürlichen Zustand versetzen) von Natürliche Überflutungsflächen -> Auen
• Wasserrückhalt in der Landwirtschaft verbessern und Feuchtgebiete wiedervernässen -> Wasser wird länger in der Landwirtschaft gelassen, es fließt nicht so schnell ab. Stattdessen wird es in der Natur gespeichert
-> kann bei Hochwasser gespeichert werden und bei Trockenheit genutzt werden
• Bebauung von Überflutungsgebieten stoppen
• Ursache -> Klimawandel stoppen
Bsp. für Maßnahmen:
• WWF ist an der Renauturierung deutscher Flüsse beteiligt v.a. am Rhein und an der Elbe
• Durch die Deichrückverlegung bei Lödderitz und die Vergrößerung der natürlichen Überflutungsflächen wird flussaufwärts die Hochwassergefahr im nahegelegenen Aken verringert
-> so werden artenreiche Lebensräume und Ackerland von naheliegenden Bauern geschützt
Veränderungen im Weinbau
(Neue) Pilze und Schadinsekten treten häufiger auf und überleben besser (mildere Winter)
Bsp: Weinanbau
Falscher Mehltau im Weinbau unter erhöhten CO2-Anteil tritt deutlich häufiger auf
Wirtschaftlicher Schaden für die Weinwirtschaft, da mehr Fungizide (Pilzgifte) eingesetzt werden
müssen
Weitere Folgen:
Resistenzbildung:
Pilze können Resistenzen gegen bestimmte Fungizide entwickeln, was deren Wirksamkeit
verringert und zu einem abermals erhöhten Bedarf an Fungiziden führt
Eintrag in Boden und Wasser:
Fungizide können Bodenorganismen schädigen und die Wasserqualität beeinträchtigen, wenn sie
über Regen oder Bewässerung in Gewässer gelangen
Einfluss auf die Artenvielfalt:
Insekten wie Bienen und andere Tiere können durch Fungizide geschädigt werden, was zu einem
Ungleichgewicht im Ökosystem führen kann
https://glossar.wein.plus/uploads/editor/images/6739/Mehltau-Falscher-Mehltau.jpg
Veränderung der Vegetationsperiode
Der Frühling und die damit startende Wärme beginnt früher
Die Vegetationsperiode verschiebt sich nach vorne, d.h. Pflanzen beginnen früher zu wachsen,
blühen und zu fruchten
→ Problem : Häufig gibt es nach dem Beginn der Vegetationsperiode noch Spätfrost, bei der die
bereits ausgetriebenen Pflanzen absterben oder Schäden erleiden

https://images.unsplash.com/photo-1515362790300-999394721afc?fm=jpg&q=60&w=3000&ixlib=rb-4.0.3&ixid=M3wxMjA3fDB8MHxwaG90by1yZWxhdGVkfDE5fHx8ZW58MHx8fHx8ITALE
Folgen für Konsumenten
Qualitätsverluste und gesundheitliche Risiken durch erhöhten Fungizideinsatz
Lösungen:
Pilzwiderstandsfähige Rebsorten (Piwis)
• zeichnen sich durch hohe Resistenz gegenüber Echten und Falschen Mehltau sowie
Grauschimmel aus
• Dies ermöglicht eine Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes um bis zu 80 %
• Piwis schützen sich, indem sie befallene Zellen gezielt absterben lassen, wodurch auch
Pilzsporen zerstört werden
• Ihre lockeren Traubenstrukturen und festen Beerenhäute begünstigen die schnelle
Abtrocknung nach Niederschlägen und erschweren so die Ansiedlung von Pilzsporen
Neben ökologischen Vorteilen überzeugen Piwis zunehmend auch geschmacklich und
könnten die Weinproduktion nachhaltig verändern
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/47/Monika_christmann.jpg/1200px-Monika_christmann.jpg
Interview
Interview mit Monika Christmann, der Leiterin des Institutes für Önologie an der Hochschule
Geisenheim - Im folgenden Interview spricht sie über die zukünftige Entwicklung im Weinbau, vor
allem in Folge des Klimawandels und die daraus resultierenden Herausforderungen
Lösungsansätze
Beispiel Weinanbau:
Frostschäden an Weinreben nach aufgetretenem Spätfrost:

1. Um das Gefrieren der Blüten bei Spätfrost nach Beginn der Vegetationsperiode zu
verhindern, werden die Pflanzen während der Frosttemperaturen durchgehend mit Wasser
besprüht - die sogenannte Frostschutzberegnung
In folgendem Video wird die Frostschutzberegnung anhand Apfelblüten erläutert

2. Windmaschinen im Anbau können ebenfalls zur Abwehr von Spätfrostschäden eingesetzt
werden, indem sie warme Luftmassen von oben mit der kalten Luft am Boden vermischen
und so die Temperatur über der kritischen Schwelle halten. Diese Methode ist besonders
effektiv bei Strahlungsfrösten, bei denen sich kalte Luft am Boden sammelt.
https://www.praxis-agrar.de/fileadmin/_processed_/3/c/csm_Wein_Frostschaden_Franco_Nadalin_stock.adobe.com_e611e6388d.jpg
Landwirtschaft & Böden
Landwirtschaft nutzt und verändert Böden gleichzeitig.
Positive Wirkungen
• Landwirtschaft nutzt und verändert Böden gleichzeitig.
• Böden liefern Nahrung für Tiere und Menschen
• Landwirtschaftliche Nutzung kann Hum us aufbauen (z. B. durch Kompost)
• Ackerböden erm öglichen ei nen Lebensraum für Mikroorganismen
Negative Wirkung
• Überdüngung → Nitrat i m Grundwasser
• Bodenverdichtung durch schwere Maschinen
• Pestizide schaden Mi kroorganismen
• Erosion durch Pflügen auf Hängen
• Monokulturen laugen Böden aus
Laut Umweltbundesamt sind in Deutschland über 50 % der Ackerflächen gefährdet, ihre Fruchtbarkeit zu verlieren.
Aufbau von Böden
O-Horizont: Organisches Material wie Blätter, abgestorbene Pflanzen
A-Horizont: Humusreicher Oberboden, wichtigste Schicht für Pflanzenwachstum
B-Horizont: Mineralischer Unterboden, weniger fruchtbar
C-Horizont: Ausgangsgestein (verwittert langsam)
D-Horizont: Festes Gestein (nicht immer vorhanden)

Eigenschaften:
• Bodenart (z. B. Ton-, Sand-, Lössboden)
• pH-Wert (beeinflusst Pflanzenwachstum)
• Nährstoffgehalt
• Wasserhaltevermögen
• Durchlüftung

Funktionen:
• Nahrung für Pflanzen
• CO₂-Speicher (besonders durch Humus)
• Filterfunktion (für Schadstoffe)
• Lebensraum für Mikroorganismen
• Wasserspeicher bei Trockenheit und Starkregen
https://www.scinexx.de/wp-content/uploads/b/o/bodenleben03g.jpg
Auswirkungen auf Böden
Der Klimawandel wirkt sich direkt und indirekt auf Böden aus. Das passiert durch:

Höhere Temperaturen:
• Mehr Verdunstung → Böden trocknen schneller aus → geringeres
Wasserhaltevermögen
• Mikroorganismen arbeiten schneller → beschleunigter Abbauprozess
Extremwetter:
• Starkregen → Böden werden weggespült (Erosion), Auswaschung
• Dürre → geringeres Pflanzenwachstum, Strukturänderung des Bodens
• häufigere Stürme → Auswehen der oberen fruchtbaren Bodenschicht
(Bodendeflation)
→ Verlust der Bodenfruchtbarkeit

Bodenbiologie verändert sich:
• Mikroorganismen „sterben“ oder arbeiten anders
• Weniger Regenwürmer = schlechtere Durchlüftung und weniger
Nährstoffe → weniger Bodenfruchtbarkeit
→ Besonders Süddeutschland ist betroffen, weil hier viele Flächen
intensiv genutzt werden und es häufiger Trockenphasen gibt.
https://www.boell-bw.de/sites/default/files/2024-07/bodenatlas2024_regio_bawu_grafik3.png
Folgen für die Landwirtschaft
Allgemein:
• Weniger Erträge
• Mehr Bewässerung nötig (z. B. Mais, Kartoffeln)
• Mehr Kosten durch Düngemittel & Pflanzenschutz
• Risiko für Ernteausfälle steigt
• Kostennachteil für Konsumenten

Baden-Württemberg:
• In Regionen wie dem Oberrheingraben: Böden trocknen schneller aus →Weinbau & Obst betroffen→ Bodentrockenheit
• Im Allgäu: Moorböden verlieren CO₂ → Klimawirkung verstärkt sich
• Auf Hochflächen: mehr Frostwechsel → Bodenerosion im Frühjahr

-> Bauern müssen umdenken: trockenheitsresistente Sorten, neue
Fruchtfolgen, weniger Pflügen, mehr Humusaufbau
Spargelbauer in
Süddeutschland:
https://www.br.de/n ach richten/ba
yern/anhalten de-trockenheit-
stresst-spargel-und-
erdbeerbauern,Ujki6 4J
(Anh altende Trockenheit stresst
Spargel- und Erdbeerbau ern –
BR24)
https://www.reg io-
tv.de/mediathek/vid eo/spargelzeit-
trifft-trocken zeit-so-regeln-die-
spargelbauern-die-ernte/
(Spargelzeit trifft Trockenzeit –
regio-tv)
Bodennutzung unter Druck
Versiegelung:
• Täglich werden in Deutschland rund 55 Hektar Boden pro Tag verbaut (z. B. für Straßen, Häuser, Industrie) – das ist mehr als 70 Fußballfelder!
→ Die Landwirtschaft verliert Fläche, die für Ernährung gebraucht wird.
Konflikte:
• Bauern vs. Bauunternehmen: „Bauern verlieren Ackerland“
• Bioanbau vs. Intensivlandwirtschaft: „Was ist besser für den Boden?“
• Klimaaktivismus vs. Agrarindustrie: „Wie viel CO₂ darf Boden speichern müssen?“

Was können Landwirte tun?
• Fruchtwechsel statt Monokultur
• Direktsaat statt Pflügen
• Humus aufbauen durch Kompost, Mulch, Zwischenfrüchte
• Bäume auf Feldern pflanzen (Agroforst)
• weniger Kunstdünger & Pestizide

Was kann die Politik tun?
• Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft
• Bodenschutzgesetz stärken
• Bodenzertifikate für CO₂-Speicherung einführen
• Flächenverbrauch begrenzen

Was passiert international?
• UN-Ziel: „Land Degradation Neutrality“ – bis 2030 soll keine neue Fläche mehr degradiert werden
• EU-Aktionsplan „Soil Strategy 2030“ → besserer Bodenschutz in Europa
https://www.fnr.de/fileadmin/Grafiken/2025/Abb_180_2025_0508.jpg
https://www.soilcare-project.eu/images/images/Study-Sites/SoilCareEuropeHub2.jpG
Maßnahmen zum Bodenschutz
Solicare:
SoilCare ist ein europaweites Forschungsprojekt, das in über 16 Ländern (darunter auch Deutschland) durchgeführt wird.
Ziel ist es, Wege zu finden, wie Böden in der Landwirtschaft nachhaltig bewirtschaftet werden können, ohne ihre Fruchtbarkeit zu verlieren. Dafür werden verschiedene Anbaumethoden auf Testfeldern ausprobiert und wissenschaftlich ausgewertet – z. B. in Tachenhausen bei Stuttgart (Baden-Württemberg).

Problem:
Intensive Landwirtschaft (z. B. Monokultur, Maschinen, Dünger) zerstört die Bodenstruktur.
Folgen:
Der Boden wird anfälliger für Erosion, verliert Humus und setzt mehr CO₂ frei.

Menschliche Ursache:
Zu einseitige Bewirtschaftung und zu starke Eingriffe in die Natur.

Lösung:
Neue Methoden wie Zwischenfrüchte, Direktsaat oder Humusaufbau mit Kompost, welche direkt vor Ort getestet und angepasst werden.

Maßnahmen zum Bodenschutz:
Vertical Farming:
Vertical Farming ist ein innovatives Landwirtschaftskonzept, das in vielen Ländern (auch in Deutschland) getestet und weiterentwickelt wird. Ziel ist es, neue Möglichkeiten für den Pflanzenanbau zu schaffen, ohne große Flächen zu benötigen.
Dabei werden Pflanzen übereinander in mehreren Etagen angebaut, meist in geschlossenen Hallen, unter künstlichem LED-Licht, mit präzise gesteuerter Nährstoff- und Wasserversorgung. Der gesamte Wachstumsprozess wird digital kontrolliert und klimaneutral optimiert.
Fazit
Problem:
Durch Urbanisierung, Bodenversiegelung und Klimakrisen gibt es immer weniger nutzbaren Ackerboden.
Folgen
Die klassische Landwirtschaft stößt an Grenzen, neue Techniken werden nötig.

Menschliche Ursache:
Flächenverbrauch, Emissionen, steigende Nachfrage nach Lebensmitteln.

Lösung:
Vertical Farms brauchen kaum Fläche, 90 % weniger Wasser und können sogar in Städten betrieben werden –ohne Pestizide, unabhängig vom Wetter.


Warum die Pedosphäre unsere Zukunft mitbestimmt:
Die Pedosphäre ist mehr als nur Erde unter unseren Füßen – sie ist die Basis für unsere Ernährung, sauberes Wasser und den Klimaschutz.
Doch sie ist verwundbar: durch falsche Nutzung, zu viel Bebauung und den fortschreitenden Klimawandel.
Besonders in einem Land wie Deutschland – mit starker Landwirtschaft – und einem Bundesland wie Baden-Württemberg, wo Böden wertvoll sind, müssen wir besser auf unsere Böden aufpassen.
→ Der Schutz der Pedosphäre ist kein Luxus, sondern Überlebenssache.